Abu Simbel liegt rund 280 Kilometer südlich von Assuan, kurz vor der Grenze zum Sudan. Auf der Straße sind das etwa drei bis vier Stunden pro Richtung, deshalb beginnt der Tag früh. Die Alternative ist ein kurzer Inlandsflug. Was du dort siehst, sind zwei Felsentempel aus der Zeit Ramses’ II. – und eine der großen Rettungsaktionen des 20. Jahrhunderts.
Was dich in Abu Simbel erwartet
Der große Tempel ist direkt in den Fels geschlagen. Vor dem Eingang sitzen vier Kolosse Ramses’ II., jeder rund zwanzig Meter hoch. Innen führt eine Achse von Saal zu Saal bis ins Allerheiligste, wo der König zwischen Göttern sitzt.
Der kleine Tempel daneben ist der Göttin Hathor und Nefertari gewidmet, der Hauptgemahlin des Königs. Ungewöhnlich für Ägypten: An der Fassade steht die Königin in derselben Größe wie der König.
Warum die Tempel heute woanders stehen
Als in den 1960er Jahren der Assuan-Hochdamm gebaut wurde, drohte der entstehende Nassersee beide Tempel zu überfluten. Die UNESCO rief eine internationale Kampagne ins Leben. Nach Angaben der UNESCO wurden die Tempel in mehr als tausend Blöcke zersägt, jeder rund 30 Tonnen schwer, und 64 Meter höher sowie 180 Meter weiter landeinwärts wieder zusammengesetzt. Eingeweiht wurde der neue Standort 1968.
Wenn du vor den Kolossen stehst, siehst du davon fast nichts. Innen erkennst du an manchen Stellen die Fugen – und genau das macht den Ort zu mehr als einem Tempel. Seit 1979 gehören die nubischen Denkmäler von Abu Simbel bis Philae zum UNESCO-Welterbe.
Straße oder Flug
Auf der Straße fährst du früh am Morgen los, durch leere Wüste nach Süden, und bist am Vormittag an den Tempeln. Nach dem Besuch geht es auf demselben Weg zurück nach Assuan. So planen wir Abu Simbel auf unserer Dahabeya-Reise über acht Tage: mit privater, deutschsprachiger Reiseleitung und ohne Eile vor Ort.
Mit dem Flugzeug gibt es Inlandsflüge von Assuan nach Abu Simbel. Die Flugzeiten ändern sich je nach Saison. Wenn du fliegen möchtest, prüfen wir die Verbindungen für dein Datum und sagen dir, ob sich der Aufpreis gegenüber der Straße lohnt.
Wer mehr Ruhe will, bleibt eine Nacht in Abu Simbel. Dann siehst du die Tempel am Abend oder am frühen Morgen, außerhalb der Stunden, in denen die Tagesausflügler da sind.
Das Sonnenwunder im Februar und Oktober
Zweimal im Jahr, jeweils um den 22. Februar und den 22. Oktober, fällt das Licht der aufgehenden Sonne durch den ganzen großen Tempel bis ins Allerheiligste und beleuchtet die Figuren dort. Nur die Figur des Gottes Ptah bleibt im Schatten.
An diesen Tagen ist Abu Simbel sehr voll, und man braucht Geduld und frühe Planung. Wenn du gezielt dafür reisen willst, sprich uns rechtzeitig an. Wenn es dir um die Tempel selbst geht, ist ein ruhiger Tag außerhalb der beiden Termine oft die schönere Wahl.
Praktische Tipps
- Früh los. Am Vormittag ist es angenehmer, und das Licht auf den Kolossen ist besser.
- Wasser, Hut, Sonnenschutz. In der Wüste um Abu Simbel gibt es kaum Schatten. Mehr dazu in Gesund durch Ägypten.
- Reisepass mitnehmen. Auf der Strecke gibt es Kontrollpunkte.
- Fotografieren: Die Regeln an den Stätten ändern sich gelegentlich. Frag vor Ort, bevor du im Inneren fotografierst.
- Beste Monate: Von Oktober bis April ist es deutlich angenehmer als im Sommer – Beste Reisezeit für Ägypten.
Häufige Fragen
Wie weit ist Abu Simbel von Assuan entfernt? Rund 280 Kilometer. Auf der Straße sind das etwa drei bis vier Stunden pro Richtung.
Lohnt sich Abu Simbel als Tagesausflug? Ja, wenn du früh aufstehen magst. Es ist ein langer Tag, aber die Tempel gehören zu den eindrucksvollsten Orten in Ägypten.
Wann ist das Sonnenwunder? Um den 22. Februar und den 22. Oktober, bei Sonnenaufgang.
Kann man in Abu Simbel übernachten? Ja. Dann erlebst du die Tempel ohne den Andrang der Tagesausflüge.
Das Orientoura-Team steht dir gerne für Fragen zur Verfügung.
Quellen
Passend dazu: Dahabeya oder Kreuzfahrtschiff? und Trinkgeld in Ägypten.

