Dein Ticket gilt für drei Gräber. Geöffnet sind meist acht oder neun. Welche drei du nimmst, entscheidet mehr über den Vormittag als alles andere – und die meisten wählen nach der kürzesten Schlange.
Das Tal der Könige ist kein einzelnes Bauwerk, sondern rund sechzig Gräber, die in einen Kalksteinkessel geschlagen wurden. Immer nur eine Handvoll ist offen, die übrigen ruhen oder werden konserviert. Welche gerade offen sind, wechselt – auch deshalb taugt keine Liste ewig. Was bleibt, ist die Frage: Wonach wählst du aus?
Was es kostet (Stand August 2026)
| Ticket | Preis | Ungefähr |
|---|---|---|
| Grundticket, drei beliebige offene Gräber | 750 EGP | rund 12,50 € |
| Tutanchamun, KV62 | 700 EGP extra | rund 12 € |
| Ramses V. und VI., KV9 | 220 EGP extra | rund 4 € |
| Sethos I., KV17 | 2.000 EGP extra | rund 33 € |
| Fotografieren mit dem Handy | frei |
Die Eintrittspreise ändern sich von Zeit zu Zeit. Nimm die Zahlen als Größenordnung, nicht als Garantie.
Die drei, die dein Grundticket wert sind
Ramses III., KV11. Lang, breit, fast auf der ganzen Länge bemalt – und mit Seitenkammern, in denen Handwerker, Boote und Harfenspieler zu sehen sind statt nur Götter. Wenn sich jemand an ein einziges Grab erinnert, ist es meistens dieses. Und es ist selten das vollste.
Ramses IV., KV2. Das erste hinter dem Eingang, deshalb oft voll. Dafür hat es eine astronomische Decke in tiefem Blau, über die sich die Himmelsgöttin spannt. Die Farbe ist außergewöhnlich, das Grab ist kurz, es bewegt sich auch bei Andrang.
Merenptah, KV8. Groß, steil, und deutlich leerer als die anderen. Der Granitdeckel des Sarkophags mit dem eingemeißelten König liegt noch in der Grabkammer. Nimm es, wenn dir Platz wichtiger ist als die allerbeste Malerei.
Eine gute Ausweichmöglichkeit ist Tausret und Sethnacht, KV14 – eines der größten im Tal, und fast niemand geht hinein.
Tutanchamun: lohnen sich die 13 Euro?
Vermutlich nicht. Das ist der Rat, dem Gäste am häufigsten widersprechen, deshalb die Begründung: KV62 ist klein, weil es nie für einen König gebaut wurde und er jung starb. Die berühmten Objekte liegen alle in Kairo, im Großen Ägyptischen Museum – du hast sie also schon gesehen oder wirst sie noch sehen. Im Grab selbst stehen die Mumie in einer Klimavitrine, ein vergoldeter Sarg und eine bemalte Wand. Dazu ist es der vollste Raum im ganzen Tal.
Zahl es trotzdem, wenn genau diese Geschichte der Grund deiner Reise ist. In dem Raum zu stehen, den Carter geöffnet hat, bedeutet etwas, und dagegen kommt kein vernünftiger Rat an. Erwarte nur kein Gold.
Sethos I.: das eine, das die Sache wirklich wert ist
33 Euro sind viel für ein Grab. KV17 ist trotzdem das schönste im Tal und wahrscheinlich das schönste in Ägypten: über hundert Meter lang, jede Fläche dekoriert, die Reliefs so scharf, als wären sie letzte Woche geschnitten. Jahrzehntelang war es geschlossen. Wenn du ein einziges Mal im Leben im Tal der Könige stehst und das Geld nicht wehtut, ist das die Ausgabe, die du nicht bereust.
Welche Gräber sind gerade geöffnet?
Das lässt sich seriös nur vor Ort beantworten. Die Verwaltung rotiert die Öffnungen, um die Malereien zu schonen, und die Tafel am Eingang gilt für den Tag. Wer dir im Voraus eine feste Liste verspricht, rät. Unsere Ägyptologen fragen morgens am Ticketschalter nach und entscheiden dann – das ist der einzige Weg, der immer stimmt.
Was du sonst noch wissen solltest
- Früh. Zwischen sechs und acht ist der Fels kühl, das Licht flach und die Busse aus Hurghada noch unterwegs. Ab zehn kippt es.
- Das Bähnchen. Vom Parkplatz zu den Gräbern fährt ein Elektrozug, ein paar Pfund extra. Zu Fuß sind es zehn Minuten durch schattenlosen Kies – nimm das Bähnchen.
- Stativ und Blitz sind verboten, das Handy ist frei. Für richtige Kameras gibt es ein separates Ticket.
- Es gibt keinen Schatten und kein Wasser zwischen den Gräbern. Nimm eine Flasche mit.
- Die Luft in den Gängen steht. Wer schlecht mit Enge zurechtkommt, nimmt lieber die kurzen Gräber.
Wie du das Tal in deinen Tag einbaust
Als Tagesausflug ab dem Roten Meer geht es – unser Tagesausflug von Hurghada nach Luxor nimmt das Tal am Vormittag mit, bevor es heiß wird. Wer mehr Zeit am Westufer hat, kombiniert es gut mit den Dingen, die keine Reisegruppe ansteuert: dem Besuch bei einer Bauernfamilie zwischen den Zuckerrohrfeldern oder einer Fahrradtour über das Westufer am Nachmittag.
Und falls du noch überlegst, ob du das Westufer überhaupt gegen das Ostufer eintauschst: Karnak und Luxor-Tempel liegen auf der anderen Nilseite und sind eine eigene Entscheidung wert.
Das Tal der Könige liegt am Westufer, und dort ist Schatten knapp. Welcher Monat sich dafür eignet, steht in beste Reisezeit für Ägypten.
Das Tal der Könige steckt in mehreren unserer Reisen. Als Teil einer großen Runde in Großes Ägypten über zwölf Tage, im Familientempo in der Familien-Nilreise.
Wenn du das Tal der Könige in Ruhe sehen willst, ohne Schiff im Nacken: unser Westufer-Vormittag nimmt drei Gräber früh am Tag, und vier Tage Luxor lassen zusätzlich Platz für Medinet Habu und Deir el-Medina.
Read this in English: Which tombs to choose in the Valley of the Kings
Weiterlesen: Luxor: Ostufer oder Westufer? Was wann Sinn ergibt

